Wie wir arbeiten.
Unser Vorgehen offen dokumentiert: von der ersten Studienfrage bis zur veröffentlichten Aussage. Wer mag, kann jeden Schritt nachprüfen — und uns auf dem ersten Schritt einen Vorwurf machen, den wir verdient hätten.
Vom Studienberg zur klaren Einordnung.
Jeder Artikel auf Peptid-Kompass durchläuft sechs Stationen. Die Reihenfolge ist verbindlich, die Verantwortlichkeiten sind benannt.
Welche Peptide wir aufnehmen
Wir schreiben nicht über alles, was kursiert. Ein Peptid kommt ins Programm, wenn mindestens zwei der folgenden Punkte erfüllt sind:
- Es gibt belastbare Originalliteratur — mindestens eine peer-reviewte Humanstudie oder ein etabliertes präklinisches Modell (also Studien an Zellen oder Tieren vor dem Einsatz am Menschen).
- Das Peptid taucht im deutschsprachigen Diskurs regelmäßig auf — in Foren, Fachpresse oder in Anfragen unserer Leser.
- Eine Behörde (BfArM, EMA, FDA, WADA) hat sich offiziell dazu geäußert.
Wir nehmen ausdrücklich auch Peptide auf, deren Datenlage dünn ist — solange wir das offen sagen können. Was wir nicht tun: Wirkstoffe profilieren, zu denen es keinerlei belastbare Quellen gibt, nur weil sie verkauft werden.
Was wir als Beleg akzeptieren — und was nicht
Belege haben bei uns einen Rang. Eine Aussage steht oder fällt mit der Quelle, auf der sie sitzt.
- Rang 1 — verbindlich: Peer-reviewte Originalarbeiten, randomisierte kontrollierte Studien (RCT), systematische Übersichtsarbeiten und Cochrane-Reviews, Behördendokumente (BfArM, EMA, FDA, WADA).
- Rang 2 — zitierbar mit Einordnung: Tierstudien, Zellstudien, Fallserien, Konferenzbeiträge mit veröffentlichtem Abstract.
- Rang 3 — nur als Kontext: Übersichtsartikel ohne Peer-Review, Pressemitteilungen von Herstellern, Foreneinträge. Wir kennzeichnen sie und stützen keine Kernaussage darauf.
- Nicht akzeptiert: Werbeseiten von Verkäufern, anonyme Blogs, Social-Media-Behauptungen ohne Originalquelle.
Wenn eine Quelle Rang 3 oder schlechter ist und wir sie trotzdem erwähnen, machen wir das im Fließtext sichtbar.
Wie wir eine Studie lesen
Jede Studie, die wir als Beleg verwenden, durchläuft ein einfaches, aber konsequentes Bewertungsraster. Vier Fragen, jede ehrlich beantwortet:
- Studientyp. RCT, Beobachtungsstudie, Tierversuch, Zellversuch — was ist es eigentlich, und was kann es belegen?
- Stichprobe. Wie viele Teilnehmer, wie repräsentativ, wie kontrolliert? Eine Studie an zwölf Probanden ist kein RCT der Phase 3 — und so beschreiben wir sie auch.
- Replikation. Gibt es unabhängige Wiederholungen? Ein einzelnes spektakuläres Ergebnis bekommt bei uns nicht den Status, den eine reproduzierte Beobachtung verdient.
- Interessenkonflikte (COI). Wer hat finanziert, wer hat publiziert, wer hat ein Patent? Ist ein COI dokumentiert, weisen wir darauf hin.
Aus dem Raster ergibt sich, wie deutlich wir eine Aussage formulieren — von „belegt“ über „plausibel“ bis „diskutiert, aber nicht bestätigt“.
Vom Rohmaterial zum veröffentlichten Artikel
Jeder Beitrag durchläuft fünf Stationen. Zwei Personen sind immer beteiligt — die schreibende und die prüfende.
In der Recherche sammeln wir alle relevanten Studien und ordnen sie in das Bewertungsraster ein. Im Outline entscheiden wir, welche Aussagen der Artikel überhaupt treffen kann. Im Erstentwurf wird ausformuliert, im Review fachlich gegengelesen — Mechanismus, Studienzitate, Rechtslage. Erst danach geht es online.
Wann wir Artikel überarbeiten
Wissenschaft steht nicht still — unsere Texte auch nicht. Wir aktualisieren in zwei Rhythmen:
- Halbjährlich alle Top-Artikel: Wir gehen die wichtigsten Profile mindestens alle sechs Monate komplett durch und gleichen sie gegen neue Literatur ab.
- Sofort bei relevanten Neuigkeiten: Erscheint eine wichtige neue Studie oder ändert eine Behörde ihre Einschätzung, aktualisieren wir den betroffenen Artikel zeitnah — nicht erst beim nächsten Halbjahres-Slot.
Jede inhaltliche Änderung erscheint im Änderungsprotokoll mit Datum, kurzer Begründung und der Person, die die Änderung verantwortet. Frühere Fassungen bleiben einsehbar.
Wo KI hilft — und wo Menschen entscheiden
Wir nutzen KI im Redaktionsprozess. Das offen zu sagen, gehört zum Vertrauensvertrag mit den Lesern dazu.
- Was KI bei uns macht: Studien-Vorsichtung (Welche Paper sind relevant?), Übersetzung englischer Texte für unsere Recherche, Lesbarkeitsprüfung von Entwürfen, Suche nach möglichen Widersprüchen im Text.
- Was KI bei uns nicht macht: Sie schreibt keine Artikel, ohne dass ein Mensch sie zeilenweise durchgeht. Sie zitiert keine Studie, die nicht ein Mensch im Original verifiziert hat. Sie entscheidet keine inhaltliche Einordnung.
- Halluzinations-Schutz: Jede Studie, die in einem Artikel erscheint, wird vor Veröffentlichung gegen das echte Paper abgeglichen — nicht gegen die Zusammenfassung der KI.
Verantwortlich für den fertigen Text bleibt immer die schreibende Person. KI-Werkzeuge sind Hilfsmittel, kein Autor.