WirkstoffProfil aktualisiert 04·2026

MT-2

Melanotan II · α-MSH-Analog · Pigmentierungs-Forschung

  • Sequenz
    7 AA (zyklisch)
  • Studien
    ~40
  • Status DE
    Nicht zugelassen, BfR-Warnungen
  • Klassifizierung
    Melanocortin-Rezeptor-Agonist
Auf den Punkt

Melanotan II (MT-2) ist ein synthetisches Heptapeptid und Analog des α-MSH (Melanozyten-stimulierendes Hormon). Ursprünglich an der Universität Arizona entwickelt zum Schutz vor Hautkrebs durch Melanin-Stimulation. In DE und EU nicht als Arzneimittel zugelassen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat mehrfach vor unkontrollierter Anwendung gewarnt — bekannte Risiken: Übelkeit, Hautveränderungen, Melanom-Verdacht.

01Mechanismus

Wie MT-2 in Studien beschrieben wird.

Aktiviert Melanocortin-Rezeptoren MC1R-MC5R unselektiv, stimuliert Melanin-Synthese und beeinflusst Appetit und sexuelle Funktion.

α-MSH ist das körpereigene Hormon, das die Melanin-Synthese in Hautzellen stimuliert. MT-2 ist eine synthetische, zyklische und stabilere Version mit deutlich verlängerter Wirkdauer.

MT-2 bindet an alle fünf Melanocortin-Rezeptor-Subtypen (MC1R-MC5R). MC1R-Aktivierung in Melanozyten stimuliert die Melanin-Synthese — daher der bräunende Effekt. MC4R-Aktivierung im Hypothalamus reduziert Appetit. MC3/4R-Aktivierung fördert sexuelle Erregung — daher die Off-Label-Verwendung als Aphrodisiakum. Die fehlende Selektivität ist auch Ursache der Nebenwirkungen.

02Studienlage

Was die Forschung zeigt.

Drei Effekt-Linien — überall mit Risiko-Profil.

01Phase 1

Photoprotektion

Dorr et al. (1996): MT-2-Injektion induzierte Hautbräunung bei hellen Hauttypen — der ursprüngliche Zweck der Entwicklung.

Studie Iklin.
02In vivo

Sexualfunktion

Frühe Studien zeigten verbesserte Erektionsfunktion bei Männern mit psychogener ED — Bremelanotid (PT-141) wurde später daraus entwickelt.

Studie IIklin.
03Klinisch

Sicherheits-Reports

BfR-Warnung 2009 und Folge-Berichte: Übelkeit, Erbrechen, neue Muttermal-Bildung, atypische Pigmentierungen, Verdachtsfälle Melanom.

Studie IIIPV
03Was offen ist

Wo wir vorsichtig bleiben.

Trotz Wirkung erheblicher Sicherheits-Bedenken — daher kein Marketing-Erfolg.

Sicherheits-Risiken (BfR-Warnung)

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat MT-2 explizit als gesundheitlich riskant eingestuft. Berichte über atypische Muttermale und Verdacht auf Melanom-Induktion.

Kein Selektivitätsprofil

Aktivierung aller MC-Rezeptoren bedeutet breite Nebenwirkungs-Palette: GI-Beschwerden, Bluthochdruck, sexuelle Hyperaktivität.

Kein Reinheits-Standard

Im Online-Handel sind Reinheits-Werte stark schwankend, mikrobielle Belastung ein dokumentiertes Problem.

Kein DE-Zulassungs­status

Forschungssubstanz, nicht zugelassen — Anwendung am Menschen unzulässig. Bei MT-2 besonders relevant wegen der dokumentierten Risiken.

04Quellen

Worauf wir uns stützen.

Primärliteratur und peer-reviewed Studien — keine Forenbeiträge oder Anbieter-Blogs.

01
Dorr RT, Lines R, Levine N et al.
Evaluation of melanotan-II, a superpotent cyclic melanotropic peptide in a pilot phase-I clinical study
Life Sci, 1996, 58(20):1777-1784
DOI ↗
02
Hadley ME, Dorr RT
Melanocortin peptide therapeutics: historical milestones, clinical studies and commercialization
Peptides, 2006, 27:921-930
DOI ↗
03
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Stellungnahme zu Melanotan-Präparaten
BfR-Stellungnahme Nr. 047/2009
DOI ↗
FAQHäufige Fragen

Häufige Fragen zu MT-2 (Melanotan II) — Profil.

Was ist Melanotan II / MT-2?
Melanotan II ist ein synthetisches zyklisches Heptapeptid und Analog des α-MSH (Melanozyten-stimulierendes Hormon). Stimuliert Melanin-Synthese.
Welche Sicherheits-Bedenken bestehen?
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt explizit vor unkontrollierter Anwendung. Berichte über atypische Muttermal-Bildung und Verdacht auf Melanom-Induktion.
Ist MT-2 in Deutschland zugelassen?
Nein. MT-2 ist nicht als Arzneimittel zugelassen. Anwendung am Menschen unzulässig und potenziell gefährlich.