WirkstoffProfil aktualisiert 04·2026

DSIP

Delta Sleep-Inducing Peptide · 9 Aminosäuren · Schlaf-Forschung

  • Sequenz
    9 AA (Trp-Ala-Gly-Gly-Asp-Ala-Ser-Gly-Glu)
  • Studien
    ~60
  • Status DE
    Nicht zugelassen
  • Klassifizierung
    Forschungs-Schlafregulator
Auf den Punkt

DSIP (Delta Sleep-Inducing Peptide) ist ein körpereigenes Neuropeptid mit 9 Aminosäuren, das in den 1970er Jahren von Schoenenberger und Monnier entdeckt wurde. Es soll die Tiefschlaf-Phase (Delta-Schlaf) modulieren und stress-puffernde Eigenschaften haben. Klinische Daten bei Schlafstörungen und Stress-Resistenz vorhanden, aber inkonsistent. In DE nicht als Arzneimittel zugelassen.

01Mechanismus

Wie DSIP in Studien beschrieben wird.

Reguliert wahrscheinlich Schlaf-Wach-Zyklen über Modulation von Neurotransmittern und HPA-Achse.

1977 isolierten Schoenenberger und Monnier ein Peptid aus venösem Hirn-Blut von Kaninchen während Delta-Schlaf-Phasen — daher der Name „Delta Sleep-Inducing Peptide“. Die Forschung ist seither aktiv, die Mechanismen aber umstritten.

DSIP überquert die Blut-Hirn-Schranke. In Tierstudien moduliert es die HPA-Achse (Stress-System), reduziert Cortisol-Antworten und beeinflusst Serotonin- und Dopamin-Konzentrationen in spezifischen Hirnregionen. Bei Schlafstörungen, Alkohol-Entzug und chronischem Stress wurden klinische Pilotstudien durchgeführt.

02Studienlage

Was die Forschung zeigt.

Drei Indikationen mit moderater bis schwacher Evidenz.

01Klinisch

Insomnie

Schneider-Helmert (1986): chronisch psychophysiologische Insomnie-Patienten zeigten unter DSIP verbesserte Schlafqualität in einer 5-Tage-Studie.

Studie Iklein
02Klinisch

Alkohol-Entzug

Dick et al. (1984): DSIP-Infusion verbesserte Symptome des Alkohol-Entzugs in einer offenen Pilotstudie.

Studie IIPilot
03In vivo

Stress-Resistenz

Tierstudien zeigen reduzierte Cortisol-Antworten und Stress-Toleranz unter DSIP-Behandlung.

Studie IIIMaus/Ratte
03Was offen ist

Wo wir vorsichtig bleiben.

Faszinierende Hypothese, klinische Replikation lückenhaft.

Inkonsistente klinische Daten

Die Studien sind klein, älter und nicht systematisch repliziert. Eine konsistente klinische Wirksamkeit ist nicht belegt.

Mechanismus unklar

Trotz 50 Jahren Forschung gibt es keinen eindeutig identifizierten DSIP-Rezeptor. Mechanismus bleibt hypothetisch.

Halbwertszeit sehr kurz

Im Plasma wird DSIP innerhalb von Minuten abgebaut. Pharmakokinetik im ZNS unklar.

Kein DE-Arzneimittel

Forschungssubstanz, nicht zugelassen — Anwendung am Menschen unzulässig.

04Quellen

Worauf wir uns stützen.

Primärliteratur und peer-reviewed Studien — keine Forenbeiträge oder Anbieter-Blogs.

01
Monnier M, Schoenenberger GA
Production, composition, and effects of the deep-sleep substance (DSIP)
Adv Biosci, 1978, 21:257-269
DOI ↗
02
Schneider-Helmert D
Clinical evaluation of DSIP
Eur Neurol, 1986, 25(Suppl 2):154-157
DOI ↗
03
Graf MV, Kastin AJ
Delta-sleep-inducing peptide (DSIP): a review
Neurosci Biobehav Rev, 1984, 8(1):83-93
DOI ↗
FAQHäufige Fragen

Häufige Fragen zu DSIP — Profil.

Was ist DSIP?
DSIP — Delta Sleep-Inducing Peptide — ist ein körpereigenes 9-Aminosäuren-Neuropeptid, 1977 entdeckt. Soll Tiefschlaf-Phasen modulieren.
Welche Studienlage besteht?
Klein und älter — Pilotstudien zu Insomnie und Alkohol-Entzug aus den 1980er Jahren. Mechanismus unklar, kein eindeutiger Rezeptor identifiziert.
Ist DSIP in Deutschland zugelassen?
Nein. DSIP ist nicht als Arzneimittel zugelassen. Anwendung am Menschen unzulässig.